Erwartungen
optimal erfüllt
Wirklich, wer nach dem Ausscheiden
der Deutschen Fußballnationalmannschaft enttäuscht war, sollte sich schämen.
Die Jungs haben doch genau das getan, was man von ihnen erwarten konnte! Sie
sind sang- und klanglos ausgeschieden.
Und mehr konnte man wirklich nicht
erwarten.
Es wäre ja geradezu peinlich
gewesen, wenn sie beim Sang der Nationalhymne so geklungen hätten, als würden
sie vor Ehrgeiz brennen! Als wäre ihnen bewusst, dass sie ein Aushängeschild
für Deutschland sind. Jedenfalls die meisten!
Von Khediera, Özil und Gündogan
hingegen, die ja zwei Heimaten haben, war von vornherein so ein Fehlverhalten
nicht zu befürchten.
Schauen wir aber mal etwas in die
Vergangenheit zurück.
Nach der letzten Weltmeisterschaft,
die 2014 gewonnen wurde, sind einige Spieler zu Weltstars geworden. Hummels
ging zu Bayern München, Kroos ging zu Real Madrid, Khediera zu Juventus Turin, Özil
war - in Erwartung, dass er Weltmeister mit Deutschland werden würde - schon kurz
vorher zum FC Arsenal gegangen, Müller bekam bei Bayern München fortan sein
Gnadenbrot, weil er Torschützenkönig geworden war.
In der letzten Saison wurde Thomas
Müller übrigens laut Statistik zum besten Vorbereiter der Bundesliga, weil
vornehmlich Lewandowski immer eilig dahin geeilt ist, wohin Müller den Ball
zufällig hin schoss. Meistens hätte Müller eigentlich selber dort stehen
müssen, wo der Ball hinkam. Aber weil er auch ein bayrisches Original und immer
gut drauf ist, behielt er auch unter Jupp Heynckes einen Stammplatz am Ofen.
Schweinsteiger und Lahm nahmen den
Hut und verabschiedeten sich - der eine nach Amerika, der andere in den verdienten
Ruhestand - von der Nationalmannschaft.
Jogi Löw blieb Cheftrainer.
Mit neuen Leuten gewann dann Löw den Confet-Cup. Von denen konnten
sich nur wenige in den 2018er Kader hinüberretten - dabei Timo Werner noch am
eindeutigsten!
Aber was nützt ein Timo Werner mit
seiner Dynamik, wenn ihm keiner einen Pass spielt?
Im Spiel gegen Südkorea bekam er in
der Endphase des Spieles, als es um "Alles" ging, keinen einigen Ball
mehr. Weder von Özil, noch von Kroos!
Aber das war eigentlich schon lange
vor der Weltmeisterschaft abgeklärt - die Confet-Leute störten mit ihren
ungestümen Gebärden und Attacken das Spiel der alteingesessenen Weltmeister.
Einige der übelsten Heißsporne mussten zu Hause bleiben. Dass Süle und Werner
mitdurften, haben sie ihrem netten Charakter zu verdanken. Die Großklappe
Wagner hatte keine Chance!
Wobei - dem Gomez habe ich es ja
eigentlich aufs Alter nochmal gegönnt, dass er nach Russland mitfahren durfte,
aber seine Reflexe vorm Tor waren eben bei ihm doch mehr die eines
Frührentners, wenn wir den Vergleich mit Sanè, der auch zur Wahl stand, mal
ganz außen vorlassen wollen.
Es bleibt die Erkenntnis, die man bereits
aus den Vorbereitungsspielen ziehen konnte, dass die deutsche Mannschaft in
mindestens zwei Teile zerfallen war. Allerdings ist eben eine Mannschaft ein
sehr kompliziertes, psychologisch höchste komplexes Gebilde, was nicht bis ins
letzte berechenbar ist. Bei einer Mannschaft ist es wie bei einem Gewehr: In
wie viele Teile das Gewehr zerfällt, entscheidet sich daran, wie man es
hinschmeißt!
Bei der Mannschaft kommt es darauf
an, wie sie gefordert und belastet wird. Und wenn sich einige Teile der
Mannschaft doch zu fein sind für schweißtreibende Drecksarbeit, dann ist es
eben irgendwann keine Mannschaft mehr. Auch die Teile des Gewehres müssen -
nach dem man es hingeschmissen hat - wieder zusammen passen, sonst schießt es
nicht mehr!
Aber das wusste man schon vor der
Weltmeisterschaft. Auch Jogi Löw wusste es. Hatte es in den
Vorbereitungsspielen gesehen! Aber er hat einer trügerischen Hoffnung vertraut
- der Hoffnung, dass man sich irren kann! Dass satte Bäuche doch noch Hunger
haben könnten!
Eduard
Sachsenmeyer

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