Samstag, 15. April 2017



Mode ist für Frauen
Nee, ich bin nicht direkt modebewusst! Meine Gudste sagt sogar, dass ich altmodisch bin. Dabei habe ich bloß einfach mit Mode nichts am Hut! Mode juckt mich nicht! Mode ist Frauensache!
Es gab in meinem Leben schon so viele Moden, die irgendwie ohne Spuren zu hinterlassen an mir vorübergerauscht sind. Eine Mode jagt ja bekanntlich die nächste. Ich bin da nie mitgehetzt.
Nur ganz selten, dass ich – kurz bevor so eine Mode am Abnibbeln war – dass ich da die Mode noch ein bisschen mitgemacht habe. Unbewusst. Einfach, weil ich gar nicht gemerkt hatte, dass es noch Mode ist.
Zum Beispiel war das so mit den Schlaghosen. Als wie wo die Mode vorbei war und hautenge Hosen plötzlich Mode geworden sind, da habe ich gemerkt, dass meine Lieblingshose, die ich hatte, eine Schlaghose war. Das war mir nicht aufgefallen!
Auch die langen Haare… damals, wo ich jung war. Die Beatles hatten damit angefangen. Dann sind die Haare immer länger geworden. Bubikopf, Pagenfrisur, Dauerwelle, Zottelmähne…
Wo ich kürzlich mal so alte Fotos von mir in den Fingern hatte, musste ich feststellen, dass meine Haare zwar nicht so lang warn, wie es damals Mode war, aber sie waren immerhin so lang, dass sie mir über die Ohren gingen.
Frauen kann das nicht passieren! Die werden durch die Bunten Zeitungen  immer rechtzeitig erinnert, wenn eine neue Mode da ist.
Brüllen könnte ich ja über die Typen in meinem Alter, die den Schuss überhaupt nicht gehört haben,  dass die eine Mode, die die mal mitgemacht haben,  vorbei ist. Die haben heute mmer noch die Haare, wenn auch längst grau und zersplissen, bis auf die Schulter hängen. Die Klamotten sind meistens auf dem entsprechenden Level. Für die Altkleidersammlung nicht mehr verwendbar!
Besonders hübsch, wenn die langen Haare wie ein Duschvorhang rings um die Hinterkopfkniescheibe herabfallen.
Über Männer mit Pferdeschwänzchen könnte ich mich kringeln. Ich denke immer, die müssen hinten zubinden, damit das letzte bisschen Grips, was verblieben ist, nicht rausrutscht.
Bei Glatzköpfen weiß man allerdings nicht genau, ob es irgendeine Mode ist oder einfach genetisch bedingter Haarausfall
Nee, hinsichtlich Mode bin ich nicht gefährdet. Gottseidank!
Eine doofe Mode ist ja jetzt, dass die Hosen ausgewaschen und total zerfetzt sein müssen. Aber auch die Mode wird wieder vorbei gehn. Das ist nicht so schlimm.
Aber was tun mir die arm Schweine leid… also, auch die arm Säue! …die sich heutzutage, weil es Mode ist, ihren Körper verhunzen und verschandeln lassen. Ja, genau – mit den Tätowierungen!
Das bleibt für immer! Bei Männern und bei  Frauen!
Wobei, so ein kleines Tattoo auf dem Arm… ein Anker… oder eine Schlange oder irgend so ein Bildchen… wegen mir auch am Fuß… das geht ja noch! Aber manche sehn doch mit den Tätowierungen mittlerweile aus, wie gehäutet und anschließend mit Ornamententapete tapeziert.
Blumenranken, Efeugestrüpp, Dschungelpflanzen, Tierkadaver und andere schwungvolle Ornamente. Schlichte Karos und Streifen sind nicht so Mode.
Überhaupt wirkt alles sehr naturalistisch und realistisch. Wenig Abstraktes. Vielleicht ist es ja so ein Wiederaufkeimen des sozialistischen Realismus. Eine Art Gegenreformation. Body-Graffiti!
Gut, das ist vielleicht ein interessanter Aspekt für die Kunstwissenschaft, aber wenn du dann dein Leben lang als Kunstwerk rumlaufen musst… und am Ende in ein Museum kommst… oder zu einem privaten Sammler, der dich auf einer Auktion ersteigert hat… und du bist dann einige Millionen wert… und du hast selber gar nichts davon… dein Wert existiert ja nur, wenn du nicht mehr du, sondern ein Kunstobjekt bist… du kannst nicht mehr selber handeln -  wirst gehandelt! Und wenn du dann tot bist, wirst wie so eine Mumie einbalsamiert und kommst nicht in den Himmel!
Wobei – in der Kunst werden ja immer nur wenige Werke von wenigen Künstlern richtig berühmt. Wenn du bloß eines von den unbedeutenden Kunstobjekten bist und auf den Flohmärkten verramscht wirst, wie alte Fahrräder oder Suppenteller… - tja, dann ist auch Schluss mit lustig.
Dann landest du irgendwann auf der Müllhalde.
Eduard Sachsenmeyer


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