Sonntag, 7. April 2019


Organspender
Unser Gesundheitsminister Jens Spahn will, dass alle Bürger in Deutschland Organspender sind, außer, sie erklären schriftlich, es nicht sein zu wollen. Das ist eine gute Idee. Im Vertrauen darauf, dass viele Bürger jeglichen bürokratischen Aktionen möglichst weiträumig aus dem Wege gehen, kann man darauf hoffen, viele Organspender zu bekommen. Einfach aus Bequemlichkeit oder Faulheit oder Vergesslichkeit, sich gegen die Organspende schriftlich zu wehren, werden auch spenderunwillige Bürger zu Organspendern werden! Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Organspender geben, als Organempfänger. Das schafft dann ein Überangebot auf dem Organmarkt. Die Preise für eine Leber werden genauso fallen, wie die Preise für Pflaumen bei Pflaumenschwemme.
Damit keiner der Spender benachteiligt wird, werden aber sicher allen anfallenden Spendern alle verwendbaren Organe entnommen. Diese Organe werden in Tiefkühlschränken gelagert, bis sich ein geeigneter Empfänger finden lässt.
Deutschland wird auch auf dem Organsektor Exportweltmeister werden.
Potentielle Empfänger, oder Leute, die sich vielleicht für einen Organwechsel interessieren, können natürlich über Internet passende Angebote finden. Die Transplantationsmedizin wird einen enormen Aufschwung erleben. Wobei kleinere Organwechsel vielleicht auch vom Empfänger selbst in Heimarbeit durchgeführt werden können. Zum Beispiel ein kleiner Milzwechsel!
Für den organwechselwilligen Bürger wird es allerdings nicht einfach sein, den richtigen Zeitpunkt für einen Organwechsel zu bestimmen. Die Abwägung, ob meine seine über Jahrzehnte geplagte Leber gegen eine Leber eintauschen sollte, die nur wenige Jahre weniger im Dauereinsatz war, wird viel Fingerspitzengefühl erfordern. Eine völlig untrainierte Leber kann aber auch Probleme mit sich bringen. Ähnliche Schwierigkeiten wird es mit Herzen geben. Und ob ein gebrochenes Herz durch ein kaltes Herz zu ersetzen ist, kann theoretisch kaum entschieden werden. Es wird zweifelsohne entsprechende Beratungsstellen geben müssen.
Auch regelmäßige Durchsichten werden sicherlich die Regel werden. Mit einem perforierten Zwerchfell wird man nicht mehr durch den TÜV kommen. Und wenn die Abgaswerte nicht stimmen, wird man keine Zuzugsgenehmigung für bestimmte Innenstadtbereiche bekommen. Die Organoptimierung wird zu einer Frage des Umweltschutzes.
Große Nachfrage auf dem Organmarkt wird natürlich bei denjenigen Organen entstehen, deren Spender noch nicht im Rentenalter war. Organe von Rentnern mit geringer Restlaufzeit werden hingegen kaum stärker nachgefragt sein. Und wie eben immer auf dem Markt, wird sich ein Preis entwickeln, der durch Nachfrage und Qualität bestimmt wird. Es wird auch bei Organen keinen Markt geben können, der sich nicht über den Preis reguliert. Angebot und Nachfrage werden ihre Wirkung nicht verfehlen. Und es wäre absolut unvorstellbar, wenn es auf dem Organmarkt keine Luxusangebote geben würde, die sich eben nur betuchte Leute leisten können. Anderseits wird es günstige Organe geben, die eben im "Angebot" sind. Vielleicht steigt auch ALDI in den Organhandel ein?
Alles das kann ich mir lebhaft vorstellen und auch akzeptieren. Unsre Welt ist, wie sie ist! Das große Problem bei der ganzen Organwechselei ist für mich eigentlich, dass ich nicht weiß, wer meine Organe bekommen wird, wenn ich vergessen sollte, mich gegen die Organspende schriftlich zu verwahren.. Es würde mir überhaupt nicht gefallen, wenn ich mit meiner Niere einem Knallmax aus der Vorstandsetage der Deutschen Bank aus der Patsche helfen würde. Oder mit meinem Hirn einem unserer Spitzenpolitiker! Oder mit meinem Dickdarm einem Fußballmillionär!
Wobei - es könnte allerdings dann auch Leute geben, die beispielsweise Fan von einem Schlagerstar sind, und mächtig stolz darauf wären, wenn ihr Star eine Niere von ihnen tragen würde. Oder eine Gallenblase?
Nein, was mich betrifft, da muss ich gestehen, dass es nur ganz wenig Leute gibt, denen ich gern mit meinen Organen zu einem längerem Leben verhelfen möchte.
Viel mehr Leute gibt es, denen ich meine Arthrose geplagten Hüften gönnen würde. Oder meine Fettleber!
Eduard Sachsenmeyer




Sonntag, 17. März 2019


Schulschwänzer
Schule schwänzen für den Umweltschutz - das ist doch wirklich eine prima Idee!
Weltweit machen die Schüler mit. Statt in der Schule herumzusitzen, gehen sie freitags mit Plakaten auf die Straße. Vielleicht freuen sich auch die Lehrer über den freien Tag?
Auf den Plakaten, die viele von den Schwänzern dabei haben, stehen Losungen wie "Rettet die Umwelt!", oder "Make love, not CO2", oder "Mehrheit gegen Eiszeit".
In der Zeitung war auf einem Foto die Losung "Bitte verlassen Sie diesen Ort so, wie Sie ihn vorzufinden wünschen" zu lesen. Ein Mädchen hielt das Plakat mit dieser Losung mit beiden Händen völlig unbekümmert über ihrem Kopf und schaute ganz energisch drein.
Diese Losung hatte ich früher schon einmal auf einer Zugtoilette gesehen und gelesen. Damals hatte ich mir gedacht, dass diese Aufforderung etwa übertrieben sei. Wie soll ich denn ohne jegliche Reinigungsmittel und Geräte die Toilette in den Zustand versetzen, in dem ich sie vorzufinden wünsche? Nur mit ein paar Papierhandtüchern aus dem Handtuchspender und ein bisschen Flüssigseife hätte das Stunden gedauert!
Was nun den Zustand der Umwelt betrifft, dürfte das Unterfangen, vor dem Verlassen der Welt einen wünschenswerten Zustand herzustellen, auch ziemlich aufwendig bis unmöglich sein. So schön ich es auch finden würde, wenn man es schaffen könnte, so wenig glaube ich an eine Möglichkeit der Umsetzung. Seit es Menschen auf der Welt gibt, bemühen die sich, die Welt zur Sau zu machen. Zur Sau - nicht sauber!
Es müssten völlig neue Menschen her, damit man darauf hoffen könnte, dass wer solange saubermacht, bis alles so ist, wie man sich es wünscht.
Mit Schwänzen ist da sicherlich nichts zum machen. Wobei natürlich das Schwänzen an sich auch noch keine umweltverbessernde Maßnahme ist - noch keine Sonderschicht oder ein Subotnik oder so etwas -, es ist ja erst eine Aktion, die munter machen will, die Aufmerksamkeit erregen will, damit andere endlich mal was machen! Die Politik zum Beispiel!
Wie die schwedische Schülerin Greta Thunberg auf die Idee gekommen ist mit der Streikerei für die Umwelt, kann ich mir nicht genau erklären. Vielleicht hatte sie eines schönen Freitags keine Lust auf Schule und ist zu Hause im Bett geblieben. Und als dann der Knatsch anfing… - warum hast du die Schule geschwänzt? Und so… - und ihr erhebliche Repressalien drohten, wie zum Beispiel Handyentzug oder Wlan-Sperre im Kinderzimmer, da schoss ihr vielleicht als Ausrede… - aber ich will den edlen Motiven von Greta nicht zu nahe treten. Greta ist ja nicht so wie ich. Bei mir hätte ich mir vorstellen können, dass ich auf so eine Ausrede gekommen wäre, wenn ich geschwänzt hätte und dann hätte erklären müssen, warum. Wegen der Umwelt!
Warum "Schwänzen" eigentlich "Schwänzen" genannt wird, ist mir übrigens schon immer ein Rätsel gewesen. Was hat denn das mit "Schwanz" oder "Schwänzen" zu tun?
Aber man kann nicht nur die Schule schwänzen, sondern auch eine Vorlesung, oder eine Weiterbildungsmaßnahme, oder eine Parteiversammlung, oder das Training…
"Schwänzen' bedeutet immer, dass man nicht dorthin geht, wo man eigentlich hingehen müsste. Aber am häufigsten wird eben doch die "Schule geschwänzt"!
Der Grund für das Schwänzen kann beim Schuleschwänzen vielfältiger Natur sein - angefangen bei notorischer Faulheit, bis hin zu Bildungsallergie. Ich habe, wenn ich mich recht erinnere die Schule nur ein einziges Mal geschwänzt. Ich hatte Angst vor einem angekündigtem Diktat.
Aber nein, die freitags für die Umwelt schwänzenden Schüler stehen sicherlich auch nicht so mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß, wie ich damals. Ich glaube fast, wenn ich die Bilder in den Zeitungen und im Fernsehen sehe, und auch die Interwies und Statements, die die Teilnehmer in ein Mikrophone von Reportern reden, höre, das die wirklich überzeugt sind von ihrer Mission!
Und selbst viele Lehrer unterstützen die Schwänzer, in dem sie Verständnis bekunden. Wobei - wenn ich Lehrer wäre, dann würde ich es vielleicht sogar gut finden, wenn die Schwänzer ihre Aktion auch auf Montage, Dienstage… - aber ich will wirklich  niemandem zu nahe treten! Bloß wenn ich mal von mir ausgehen würde… - nein, was bin ich doch für ein… ein Spötter? Ein Realist?
Eduard Sachsenmeyer

Sonntag, 3. März 2019


Frauentag - 8.März

Wir haben heutzutage für die Frauen, also für das weibliche Geschlecht unter den Leuten zwei Gedenktage - den Frauentag und den Muttertag! Der Frauentag, oder internationaler Frauentag ist immer am 8.März. Das war schon zu früheren Zeiten so. Da wurden übrigens die Frauen in den volkseigenen Betreiben von den Männern verwöhnt und bekamen Blumen geschenkt.
Muttertag ist immer am zweiten Sonntag im Mai. Beide Tage sind keine Feiertage, sondern Tage wie zum Beispiel der 'Tag des Artenschutzes' oder 'Tag der 'Erdnussbutter-Liebhaber'. Der 8.März ist übrigens gleichzeitig auch der 'Zieh-dich-raus-Tag' - ich betone 'raus' und nicht 'aus'! - und der 'Tag des Korrekturlesens'. Der Muttertag fällt in diesem Jahr zusammen mit dem 'Tag der Gurke' und dem 'Minigolftag'.
Es gibt übrigens immer am 19.Novemebr auch einen 'internationalen Männertag', sagt 'Wikipedia', von dem man aber bisher noch nicht viel gehört hat. Wahrscheinlich wird er durch die am gleichen Tag stattfindenden 'Welttoilettentag' und 'Spiel-Dudelsack-Tag' überlagert.
Ich kenne seit meiner Kindheit den Vatertag. Der Vatertag ist der 1.August, weil der Vater in der Familie der erste August ist, sagte meine Vater immer.
Der Vollständigkeit halber muss ich nun auch noch den Himmelfahrtstag nennen, der gemeinhin als Männertag gilt und auch als solcher gefeiert wird. Weitestgehend ohne Frauen!
Der Männertag fällt in diesem Jahr auf den 30.Mai, auf den auch der 'Ein-Loch-ist-im-Eimer-Tag' und der 'Gieß-eine-Blume-Tag' fallen.
Beim Frauentag geht es immer um die Rechte der Frauen in der Welt. Beim Muttertag geht es um die Rolle der Frau als Mutter, also als Gebärende, als Kinderproduzentin. Beim Vatertag geht es um ein ordentliches Besäufnis.
Wobei der weltweite und zähe Kampf der Frauen um Gleichberechtigung und die ganze Genderbewegung in der Gesellschaft nun schon dahin geführt haben, dass auch am Himmelfahrtstag besoffene Frauenhorden - oder Frauinnen-Horden - durch den erwachenden Frühling ziehen und hinter Büsche und Bäume pinkeln und kotzen. Das Bier muss schließlich irgendwo wieder raus! Ob nun  oben oder unten, ob im Stehen oder Sitzen… - egal!
Ein weiterer großer Sieg der Frauenbewegung wird übrigens auch in der Medienpräsenz von Frauen deutlich. Auch ohne irgendeine Quotenregelung übersteigt die Zahl der Frauen in ausgewählten Positionen - vornehmlich im horizontalen Bereich - die Zahl der Männer um ein Tausendfaches. Das Geschlecht der Frau hat sich dank des Internets und der allgemeinen Digitalisierung gegenüber dem männlichen global eine dominierende Rolle erobert.
Trotz dieser einseitigen Dominanz ist die Gemengelage auf dem Geschlechtersektor höchst unübersichtlich geworden. Eigentlich ist auch die Unterscheidung der Tage nach dem althergekommenen Geschlechtermuster abzulehnen. Statt Frauen und Männertag sollte es wie bei den Toiletten vielleicht besser einen 'Alle-Geschlechter-Tag' oder 'Jedwedengeschlechts-Tag' oder sowas geben? Wie bei Toiletten - die heißen ja übrigens 'Unisex-Toiletten'! Also wäre vielleicht 'Unisex-Tag' ein passender Name?
Namen bei denen man nicht merkt, was der Träger des Namens für ein Geschlechtsgenosse, bzw. für eine Geschlechtsgenossin ist, heißen ja auch 'Unisex-Namen'. 'Unisex-Namen' sind beispielsweise Alex, Kim oder Tracy. Moderne Eltern, die ihren Kindern nicht vorschreiben wollen, welche Geschlechterrolle sie einmal im Leben gern ausfüllen möchten, geben ihren Sprösslingen solche unverbindlichen Namen. Nein, Detlef ist dann schon wieder ziemlich verbindlich!
Bei 'Detlef' werde ich allerdings an den 'Christopher-Street-Day' erinnert. Das ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. An diesem Tag wird für die Rechte dieser Gruppen sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung demonstriert. Der Termin ist dieses Jahr der 27.Juli. Es ist sinnigerweise gleichzeitig der  'Geh-mit-deiner-Hose-spazieren-Tag' und der 'Unterhalte-Dich-im-Fahrstuhl-Tag'.
Aber eigentlich wollte ich nur daran erinnern, dass am Freitag der 8.März ist, an dem man als Mann seiner Frau als Zeichen von Sympathie und Zuneigung vielleicht mal ein Kuss auf die Backe geben sollte. Also… - bloß mal als Anregung!
Eduard Sachsenmeyer



Kulturhauptstadt Chemnitz?
Chemnitz will Kulturhauptstadt von Europa werden. Die Konkurrenz ist groß. Es gibt einige Städte, die Chemnitz den Rang ablaufen könnten.
Alleine in Deutschland! Dresden oder Nürnberg zum Beispiel!  Das sind solche Städte, die haben schon immer irgendwie sowas wie Kultur gehabt.
Wobei Chemnitz in Sachen Kultur in Sachsen wirklich Spitze ist!
Und Sachsen ist in Deutschland bei Kultur Spitze! Sachsen ist das Land mit den höchsten Ausgaben für Kultur. Sie liegen bei knapp 200 € pro Kopf der Bevölkerung.
In Rheinland-Pfalz bei nur knapp 65 €! Kulturbanausen!
Kultur ist ja das, was dem Steuerzahler viel Geld kostet. Theater, Oper, Museum, städtische Kulturbetriebe, Galerien, Frauenzentren, Jugendzentren… - also, alles das, was es ohne Fördermittel nicht mehr gäbe.
Bei Theater und anderen Prestige trächtigen Kultureinrichtungen gehen die Millionen im Dutzend über den Tisch. Alleine die Gehälter für Intendanten und Direktoren der einzelnen Sparten fressen Unsummen. Publikum und Besucher zahlen nur einen winzigen Teil von dem, was eine Karte kosten müsste, wenn damit alle Kosten gedeckt werden sollten.
Alles, was nicht von den Fördertöpfen der öffentlichen Hand lebt, gilt nicht als Kultur und wird auch von der örtlichen Presse weitestgehend ignoriert.
Bevor man eine Meldung über mein neues Programm zum Thema '875 Jahre Chemnitz' lesen kann, wird notgedrungen von Dresden oder Leipzig berichtet. Von anderen Kulturschaffenden, Schriftstellern und Künstlern, weiß ich nichts. Höchstens, dass mal einer stirbt und bei den Todesanzeigen auftaucht.
Auf der anderen Seite gibt es die Art von Kultur, bei der die Künstler und ihre Agenturen viel Geld verdienen. Schlagersänger, Rock-Gruppen, Comedy-Stars! Hier gibt es ein zahlendes Publikum! Und es zahlt soviel, dass für Künstler und Agenturen genug Geld übrig ist. In der Stadthalle Chemnitz treten pausenlos Künstler auf, die absahnen.
Die Stadthalle selbst wird von der Stadt mit Millionen über Wasser gehalten.
Von der Seite der Ausgaben gesehen, hat Chemnitz wahrlich gute Chancen, Kulturhauptstadt werden zu können.
Aber zur Kultur gehören auch die Leute, die sich für Kultur interessieren und kulturvoll leben. Die Chemnitzer sind da eher zurückhaltend. Kultur ist was, was eben nicht direkt in der DNA der Chemnitzer verankert scheint. Im vergangenen Jahrhundert galt der Spruch: In Leipzig wird gehandelt, in Dresden wird regiert, in Chemnitz wird gearbeitet. Schweiß und Arbeit haben die Chemnitzer geprägt.
Ob solche Projekte wie "Baden an der Chemnitz" oder "Bemalen von Trafohäuschen" von der kulturellen Zurückhaltung ablenken können, scheint fraglich.
Auf die Wiederholung eines solchen kulturellen Highlights, wie es sich voriges Jahr im Spätsommer ereignete, als sogar Bundespräsident Walter Steinmeier, Kanzlerin Angela Merkel und die "Toten Hosen" in Chemnitz auftauchten, kann man nicht hoffen. Die Kampfkraft von 'PRO Chemnitz' scheint im übrigen auch erlahmt zu sein.
Dass der bunte Schornstein, den wir in Chemnitz haben, als Aushängeschild für die Chemnitzer Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas dienen könnte, ist allerdings gut denkbar. Der stößt viel Dampf aus und war auch nicht direkt billig.
Welche Rolle unser "Nischl" letztlich bei der Bewerbung spielen könnte, ist offen. Aber immerhin gilt er als zweitgrößte Porträtbüste der Welt. Die größte haben die Russen in Ulan -Ude. Das ist der Kopf von Lenin. Dass beide allerdings innen hohl sind, sollte nicht fehlinterpretiert werden. Das liegt nur an der Herstellungstechnologie, nicht an den Vorbildern.
Eduard Sachsenmeyer

Sonntag, 27. Januar 2019


Islamischer Hintergrund
Hin und wieder treffe ich mich mit meinem alten Kumpel Gert auf ein Bierchen - oder auch auf zwei sowie den zugehörigen Gläschen Becherovka - in der Gaststätte "Hutzenstube". Wir schwatzen dann über alte und neue Zeiten und berichten uns, was wir so in letzter Zeit erlebt haben. Was ich erlebt habe, ist aber meistens nicht so interessant, wie das, was mein Kumpel Gert erlebt.
Beim letzten Treff erzählte er mir von einem Diebstahl.
Mein Kumpel Gert wohnt in einer kleinen Junggesellen - bzw. Altgesellen-Wohnung im Erdgeschoß. Die Wohnung hat einen schönen Balkon nach hinten raus mit Blick auf die Kleingartenanlagen. Wobei es jetzt in der Winterzeit dort nicht viel zu erblicken gibt. Im Sommer hingegen kann mein Kumpel Gert auch gelegentlich fleißige Kleingärtnerinnen in spärlicher Bekleidung beobachten.
Im Winter dient der Balkon mehr als zusätzlicher Kühlschrank. Für Getränke und Speisen!
Und genau in dieser Funktion hatte mein Kumpel Gert den Balkon verwendet. Das Essen, was er fürs Wochenende in Erwartung seiner Freundin und seiner Kinder zubereitet hatte, stellte auf den Balkon. Dazu natürlich ein Kasten Bier, Wein, eine Flasche Becherovka sowie diverse alkoholfreie Getränke. Die Temperaturen draußen waren kühlschrankähnlich.
Gekocht und gebrutzelt hatte er die leckeren Speisen in neuen Pfannen und Töpfen, die er sich selbst zu Weihnachten geschenkt hatte. Auf den italienischen Schnellkochtopf Marke 'Gari-Baldi" war er besonders stolz
Das, was er zubereitet hatte und auch wie, erläuterte mir mein Kumpel so ausführlich, dass ich an diesem Abend in der Hutzenstube einen riesigen Appetit bekam und außer der "Erzgebirgspizza" noch eine scharfe Sache bestellte, die ich dann allerdings zur Hälfte einpacken lassen musste.
Jedenfalls - mein Kumpel Gert freute sich nun schon sehr auf den Moment, wo er seinen Gästen die leckeren Speisen zum Verzehr vorsetzen würde.
Aber dieser Moment kam nicht.
Denn als er die Töpfe und Pfannen vom Balkon in die Küche transportieren wollte, um sie zu erwärmen, da waren auf dem Balkon keine Töpfe und Pfannen mehr.
Von den Getränken fehlten der Saft und der 6-er-Pack lautes Wasser. Die Flasche Becherovka lag - wie achtlos weggeworfen - flach da und war nur zu einem Drittel geleert worden.
Die Sachlage war klar. Auf den Balkon zu klettern war für Leute, die kein Rheuma oder Hüftarthrose haben, keine größeres Problem. Diebstahl oder Raubüberfall!
Wir diskutierten dann in der Hutzenstube relativ lange über die Frage, ob die kriminelle Tat als Mundraub einzuordnen war. Mein Kumpel Gert meinte, es könne den Dieben ja womöglich um die neuen Töpfe und Pfannen gegangen sein. Besonders um den Schnellkochtopf 'Gari-Baldi'!
Ich glaubte eher daran, dass die leckeren Speisen das Ziel der Tat gewesen sind. So wie er mir die Speisen beschrieben hatte… - ich konnte mir vorstellen, selbst der Dieb gewesen zu sein!
Aber ich war es nicht gewesen. Soviel stand fest. Außerdem, wenn ich es gewesen wäre, hätte ich die Flasche Becherovka nicht achtlos liegengelassen.
Gerade aus der Tatsache, dass der Alkohol verschmäht worden war, glaubte mein Kumpel Gert an einen islamischen Diebstahl. Er argumentierte, dass wenn normale deutsche oder russische Obdachlose am Werk gewesen wären, wäre der 6er-Pack lautes Wasser zurückgeblieben, aber nicht das Bier!
Nach einigem hin und her schloss ich mich schließlich dieser Argumentation an.
Wobei - unter den leckeren Speisen war auch ein Schweinebraten gewesen. Islamer verabscheuen ja nicht nur Alkohol, sondern auch Schweinefleisch! Könnte das nicht doch wieder in die andere Richtung weisen? Evangelisch, katholisch oder orthodox?
Ich fragte, was denn die Polizei dazu für eine Meinung habe. Als er mir gestand, gar keine Anzeige erstattet zu haben, weil da ja sowieso nichts herauskommen würde, sah ich mich gezwungen ihn zu rüffeln. Auch wenn er seine leckeren Speisen nicht wiederbekommen würde, aber die Töpfe und Pfannen vielleicht! Und den Schnellkochtopf 'Gari-Baldi'!
Manchmal ist mein Kumpel Gert auch einsichtig. Er versprach, die Anzeige nachzuholen. Mit dem Hinweis auf einen möglichen islamischen, wenn nicht gar terroristischen Hintergrund!
Nun bin ich auf unseren nächsten Treff gespannt. Was hat wohl die Polizei unternommen?
Eduard Sachsenmeyer